Akkreditierung in der Leitaktion 1

Das Erasmus+ Programm (2021-2027) ermöglicht es Trägern in der Leitaktion 1 einen neuen, deutlich vereinfachten Zugang zum Programm zu beantragen. Nach erfolgreich bestandenem Anerkennungsverfahren bleibt eine Akkreditierung bis zum Ende der Programmlaufzeit 2027 gültig.

Die erteilte Akkreditierung gilt aktuell für die Formate Jugendbegegnungen und Mobilitätsmaßnahmen für Fachkräfte.

Bis auf weiteres müssen Mittel für Jugendpartizipationsprojekte sowie für "DiscoverEU Inklusion" im Einzelantragsverfahren beantragt werden.

Alle wichtigen Informationen zum zukünftigen neuen Standardverfahren in der Leitaktion 1

Was ist das Akkreditierungsverfahren?

Mit dem neuen Akkreditierungsverfahren verändert sich für den Großteil der Träger und Projekte der Weg zur Beantragung von Fördermitteln aus der Leitaktion 1: Perspektivisch wird es zum neuen Standard-Antragsverfahren dieser Leitaktion werden.

Träger beantragen einmalig eine Akkreditierung, die für die gesamte Programmlaufzeit bis 2027 Gültigkeit hat und können anschließend einmal jährlich wesentlich vereinfacht Mittel für ihre Lernmobilitäten beantragen.

Nach erfolgreicher Akkreditierung ist für die anschließende Beantragung von Fördermitteln ein jährlicher Turnus vorgesehen.

Um 2023 einen Budgetantrag stellen zu können, müssen Träger ihre Akkreditierungsanträge bis zum 19.10.2022 bei JUGEND für Europa einreichen.

Die Frist für die Einreichung des Budgetantrags für akkreditierte Organisationen ist voraussichtlich der 23. Februar 2023 um 12:00 Uhr für Projekte, die am 1. Juni desselben Jahres beginnen.

Was müssen Sie beachten, um eine Akkreditierung zu beantragen?

Im Zentrum der Akkreditierung steht ein mehrjähriger strategischer Entwicklungsplan, in dem die Träger ihre Entwicklungsziele hinsichtlich der Ziele und Prioritäten des EU-Programms Erasmus+ formulieren.

Außerdem ist die Größenordnung und die Art der geplanten Aktivitäten für einen Zeitraum von wenigstens drei Jahren zu beschreiben.

Dieser Maßnahmenplan sollte realistisch sein und angemessen an die Kapazitäten des Trägers sowie die Entwicklung der Vorjahre anknüpfen. Der Plan kann nach Ablauf einiger Jahre bei Bedarf aktualisiert werden. Verbunden ist dies mit der Selbstverpflichtung zur Einhaltung vorgegebener Qualitätsstandards bei der Umsetzung von Projekten.

Das neue Verfahren bietet Trägern so einen dauerhaften und unkomplizierten Zugang zu den Fördermöglichkeiten der größten Leitaktion. Die Vorteile sind:

  • Träger erhalten eine stabile Förderung sowie deutlich mehr Planungssicherheit und Flexibilität in der Nutzung der Mittel.
  • Träger können sich auf längerfristige strategische Überlegungen und Entwicklungsbedarfe konzentrieren statt auf die Beschreibung von Projektdetails.
  • Es können längerfristige Konzepte entwickelt und Partnerschaften aufgebaut werden.
  • Träger gewinnen zusätzliche Spielräume für die konkrete Umsetzung von Mobilitäten.
  • Die Detailplanungen für die Aktivitäten können später starten. Damit steigen die Möglichkeiten zur Einbeziehung der Teilnehmenden in die konkrete Gestaltung und die Vorbereitungen der Aktivitäten.
  • Das Verhältnis zur Nationalen Agentur verändert sich mit einer Veränderung ihrer Rolle von der Bewertung und Auswahl von Anträgen zur Begleitung und Unterstützung von Qualitätsentwicklung.

An eine Akkreditierung gebunden sind bestimmte Anforderungen an die Zuverlässigkeit der akkreditierten Träger, an die Qualität ihrer pädagogischen Arbeit und an ihre Verankerung in der Jugendarbeit. Diese Anforderungen werden im Akkreditierungsverfahren und in der Umsetzung einer gründlichen Prüfung unterzogen.

Budgetbeantragung

Nach erfolgter Akkreditierung werden im jährlichen Turnus Budgetmittel beantragt.

Bis auf Weiteres können nur Fördermittel für Jugendbegegnungen und Mobilitätsprojekte für Fachkräfte der Jugendarbeit im Rahmen der Akkreditierung  beantragt werden

Das Verfahren zur Mittelbeantragung ist gegenüber dem Einzelantragsverfahren deutlich vereinfacht und im Wesentlichen auf zentrale Kennzahlen zu Teilnehmertagen in den verschiedenen Formaten sowie zur Umsetzung von Prioritäten reduziert. Diese sollten realistisch kalkuliert sein, d.h. sich an bisherigen Entwicklungen orientieren, diese fortsetzen und ggf. kontinuierlich ausbauen.

Die Laufzeit beträgt zunächst 15 Monate, vom 1.6. bis zum 31.8. des Folgejahres. Nach Ablauf von zwölf Monaten kann die Laufzeit auf eine Gesamtdauer von 24 Monaten verlängert werden.

Die Höhe der Bewilligung wird sich zum einen an den zur Verfügung stehenden Fördermitteln orientieren, zum anderen an der Bewertung der bisherigen Umsetzung (im ersten Jahr ersetzt durch die Bewertung des Akkreditierungsantrags) und der Umsetzung zentraler Prioritäten. Sofern nicht weniger beantragt wird, steht jedem akkreditierten Träger 2022 ein garantierter Mindestförderbetrag von 25.000 Euro pro Jahr zu, mit dem wenigstens eine Aktivität umgesetzt werden kann. Der Maximalbetrag der Förderung beträgt 700.000 Euro, wobei sich Anträge und Bewilligungen auch am Umfang der Förderung in Vorjahren orientieren sollen.

Eine Überschreitung der im Akkreditierungsantrag angegebenen Planzahlen ist nur bei ausreichend Budget möglich und dann bei bis zu 100 Personen pro Jahr auf maximal 30% begrenzt. Bei über 100 und bis zu 200 Personen pro Jahr ist die Überschreitung auf 20% und bei mehr als 200 Personen auf 10% begrenzt.

Das zur Verfügung stehende Budget 2022 in Zahlen:

  • Gesamtbudget im Akkreditierungsverfahren: mindestens 10.000.000 Euro
  • Außergewöhnliche Kosten: 750.000 Euro

Für die jeweiligen Vergabekriterien sind vorgesehen:

  • Mindestförderbeträge: mindestens 1.000.000 Euro
  • Qualitative Bewertung und Umsetzung von Prioritäten: mindestens 8.000.000 Euro

Monitoring

Während des Akkreditierung bleiben Sie in Kontakt mit JUGEND für Europa und dokumentieren Ihre Arbeit.

Mindestens einmal während der Laufzeit der Akkreditierung müssen die akkreditierten Einrichtungen (in einem oder getrennt)

  1. einen Fortschrittsbericht zur Erreichung ihrer Ziele einreichen
  2. einen Bericht vorlegen, wie sie die Einhaltung der Qualitätsstandards sicherstellen
  3. ihren Aktivitätenplan aktualisieren.

Alternativ zu den beiden erstgenannten Elementen kann JUGEND für Europa einen Monitoring-Besuch durchführen.

Darüber hinaus können Vor-Ort-Besuche oder Telefoninterviews Bestandteil des Monitorings durch die NA sein. Formale Prüfungen werden stichprobenartig von der NA durchgeführt.

Ergebnisse aller Berichte und Monitoringbesuche sowie Prüfungen werden von den Nationalen Agenturen als Grundlage zur Bewertung einer "Past Performance" genutzt. Der Erfolg und die Qualität der umgesetzten Aktivitäten werden während der Laufzeit der Akkreditierung bei der Mittelvergabe berücksichtigt.

Im Übergang vom Einzelantrags- zum Akkreditierungsverfahren

Kontinuierliche Steigerung der über das Akkreditierungsverfahren verteilten Mittel

Träger können und sollten sich ausreichend Zeit nehmen, unter Berücksichtigung der Bedarfe ihrer Zielgruppen, ihrer Organisation und sonstiger Stakeholder sowie in Abstimmung mit ihren Partnern einen mehrjährigen strategischen Entwicklungsplan für die Nutzung von Erasmus+ Jugend zu erarbeiten. Wie üblich unterstützen Ihre Kontaktpersonen bei JUGEND für Europa Sie dabei gerne mit allen nötigen Informationen, Beratung und Feedback.

2022 können Träger, die neu in das Verfahren einsteigen wollen, ihre Akkreditierungsanträge voraussichtlich ab Mai einreichen. Anträge können dann kontinuierlich bei JUGEND für Europa eingereicht werden, spätestens jedoch bis zum 19.10.2022 um 12:00 Uhr. Bei Bewilligung kann im Frühjahr 2023 ein Budgetantrag gestellt werden.

JUGEND für Europa sieht eine kontinuierliche Steigerung der über das Akkreditierungsverfahren verteilten Mittel vor. 2021 waren 50% der Mittel für das Akkreditierungsverfahren reserviert, 2022 schon 60%. In den Folgejahren wird der Anteil der Mittel im Akkreditierungsverfahren voraussichtlich weiter steigen.

Der Höchstbetrag für Bewilligungen an einen Träger beträgt in beiden Verfahren maximal 700.000 €. Planungen und Anträge sollten sich jedoch in jedem Fall an der durchschnittlichen Entwicklung der Vorjahre orientieren. Eine realistische Planung ist ebenso Bestandteil der Bewertung des Akkreditierungsantrags wie der Budgetverteilung.

Das Einzelantragsverfahren bleibt weiterhin bestehen

Neben der Akkreditierung bleibt das Einzelantragsverfahren bestehen. Beide Verfahren schließen sich aber gegenseitig aus, d.h. akkreditierte Träger können in Leitaktion 1 keine Einzelanträge mehr stellen. Informelle Gruppen Jugendlicher können nur das Einzelantragsverfahren nutzen. Die Beantragung einer Akkreditierung ist für sie nicht möglich.

Das Einzelantragsverfahren richtet sich (neben den informellen Gruppen junger Menschen) vor allem an diejenigen, die noch keine oder nur wenig Erfahrungen im Programm gemacht haben und einen ersten Antrag stellen oder die nur ab und an ein Projekt durchführen.

2022 und 2023 können Jugendpartizipationsprojekte nur im Einzelantragsverfahren beantragt werden. Ebenso können für "DiscoverEU Inklusion" derzeit nur Einzelanträge gestellt werden. Ob die Formate zukünftig über den Budgetantrag beantragt werden können, ist derzeit nicht absehbar.