Fragen und Antworten zu Jugendpartizipationsprojekten

Jugendpartizipationsprojekte sind ein neues Förderformat zur Stärkung, Förderung und Unterstützung der Partizipation (Beteiligung) junger Menschen an der Zivilgesellschaft und am demokratischen Leben in Europa. Hier finden Sie Antworten zu den häufigsten Fragen rund um dieses Förderformat.

Was ist der Unterschied zwischen den beiden Formaten “Jugendpartizipationsprojekte” (Aktivitäten zur Förderung der Jugendbeteiligung) in Erasmus+ Jugend und “Solidaritätsprojekte” im Europäischen Solidaritätskorps (ESK)?

Die Projektformen zielen beide auf die Unterstützung jugendlichen Engagements ab, setzen jedoch unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte, sprechen teilweise unterschiedliche Altersgruppen an und bieten andere Finanzierungsbausteine.

Solidaritätsprojekte im ESK legen einen Fokus auf niedrigschwellige lokale Projekte von und für Jugendliche zwischen 18 und 30 Jahren. Die Projekte stellen die Solidarität in den Mittelpunkt und können zwischen zwei bis zwölf Monate dauern.

Jugendpartizipationsprojekte bieten Fördermöglichkeiten für längerfristige nationale oder transnationale Projekte von und mit Jugendlichen von 13 bis 30 Jahren und mit einer Dauer von drei bis 24 Monaten. Die Projekte unterstützen die Partizipation junger Menschen am demokratischen Leben in Europa und liefern Beiträge zur Umsetzung der EU-Jugendziele.

Es bleiben Schnittmengen zwischen den Formaten bestehen. Falls Sie also unsicher sein sollten, welches Format am besten zu Ihrer Projektidee passt, wenden Sie sich an uns, wir beraten Sie gerne!

Was ist der Unterschied zwischen physischen Veranstaltungen (Events) und (Mobilitäts-) Aktivitäten?

Physische Veranstaltungen (Events) richten sich an ein externes Publikum (Jugendliche, Fachkräfte, politisch Verantwortliche, Experten, ...). Nur diese externen Personen werden über die Budgetkategorie "Unterstützung von Veranstaltungen" exklusiv mit 100,- Euro / TN unabhängig von der Dauer der Veranstaltung gefördert.

Beispiele für Events sind:

  • Veranstaltungen zur Präsentation von Projektergebnissen, z.B. Theateraufführungen, öffentliche Themenabende
  • Kampagnen
  • Diskussionsveranstaltungen, z.B. Jugendforen, Podiumsdiskussionen mit Entscheidungstragenden
  • Informationsveranstaltungen zum Projektthema

(Mobilitäts-) Aktivitäten richten sich dahingehend an die aktiven Teilnehmer/-innen des Projektes (hier ebenfalls Jugendliche, Fachkräfte, politisch Verantwortliche, Experten, ...). Diese Aktivitäten können auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden (lokal, regional, national oder transnational). Sie sind trotz der Bezeichnung “Mobilitätsaktivitäten” nicht notwendigerweise mit einer Mobilität im Sinne einer Reise verbunden. Für diese Aktivitäten werden zwei Budgetkategorien angeboten, die in den Fällen, in denen Kosten entstehen, beantragt werden können: eine Pauschale für “Reisekosten” (für den Fall, dass Fahrt- oder Reisekosten entstehen) sowie eine Pauschale für “individuelle Unterstützung” für den Fall, dass die Aktivitäten selbst Kosten verursachen. Beide Pauschalen können unabhängig voneinander beantragt werden.

Beispiele für (Mobilitäts-) Aktivitäten sind:

  • Interne Planungs-, Vorbereitungs- und Auswertungstreffen
  • Interne Diskussionsrunden und –veranstaltungen  (z.B. mit politisch Verantwortlichen, die über die gesamte Laufzeit am Projekt mitarbeiten)
  • Selbstorganisierte Simulationen von politischen Prozessen mit einer festen Gruppe von Jugendlichen
  • Interne, projektbezogene Themenabende

Wichtig: Für den Fall, dass Maßnahmen sich sowohl an interne als auch an externe Teilnehmer/-innen richten, können sie SOWOHL Veranstaltungen (Events) ALS AUCH (Mobilitäts-) Aktivitäten zur gleichen Zeit sein. In diesem Fall können sie für die unterschiedlichen Zielgruppen (intern / extern) gesondert beantragt werden und müssen im Antragsformular zweimal angelegt werden.

Wie lange müssen / können die (Mobilitäts-) Aktivitäten bzw. physische Veranstaltungen (Events) mindestens / höchstens dauern?

Hier gibt es keine feste Regelung. Eine sinnvolle Dauer muss sich aus dem Konzept der Aktivitäten bzw. aus dem Gesamtkonzept des Projektes ergeben.

Wie viele TN können / müssen an (Mobilitäts-) Aktivitäten bzw. physischen Veranstaltungen (Events) mindestens / höchstens beteiligt sein?

Hier gibt es keine feste Regelung. Die Gruppengrößen müssen sich aus dem Konzept der Aktivitäten bzw. aus dem Gesamtkonzept des Projektes ergeben.

Könnten (Mobilitäts-) Aktivitäten bzw. physische Veranstaltungen (Events) auch in benachbarten Partnerländern stattfinden?

Ja, alle Aktivitäten können in allen beteiligten Ländern, also in Programmländern und benachbarten Partnerländern stattfinden.

Könnten (Mobilitäts-) Aktivitäten bzw. physische Veranstaltungen (Events) generell in Ländern mit EU-Institutionen stattfinden oder bezieht sich die Regelung im aktuellen Programmhandbuch nur auf die Städte, an denen die EU-Institution sitzen?

Diese Regelung bezieht sich auf die in der Fußnote genannten Städte Brüssel, Den Haag, Frankfurt, Luxemburg, Straßburg und nicht die jeweiligen Länder (Belgien, Niederlande, Deutschland, Luxemburg, Frankreich). Aktivitäten können an den genannten Orten von EU-Institutionen stattfinden, auch wenn es in den entsprechenden Ländern keine Projektpartner gibt (z.B. bei nationalen Projekten).

Gibt es eine Obergrenze von beteiligten Ländern? Wird ein ausgewogenes Verhältnis unter Programmländern bzw. zwischen Programmländern und benachbarten Partnerländern erwartet?

Hier gibt es keine feste Regelung. Bitte wenden Sie sich bei konkreten Fragen an uns.

Können alle beteiligten Organisationen / informelle Gruppen die monatliche Projektmanagement-Pauschale von 500,- Euro beantragen oder steht diese Pauschale nur für die antragstellende Organisation / informelle Gruppe zur Verfügung?

Die monatliche Projektmanagement-Pauschale kann nur von der antragstellenden Organisation / informellen Gruppe beantragt werden. Falls eine Aufteilung der Pauschale unter den Partnern sinnvoll sein sollte und gewünscht wird, muss diese intern vereinbart und geregelt werden.

Können alle am Projekt beteiligten informellen Gruppen die Förderung für einen oder mehrere Coaches in Anspruch nehmen?

Die im Programmhandbuch vorgesehenen zwölf Coaching-Tage (mit einer/einem oder mehreren Coach/es) können lediglich von der antragstellenden informellen Gruppe beantragt werden. Dies ist bei der Antragstellung in Deutschland die deutsche Gruppe.

Falls weitere informelle Gruppen am Projekt beteiligt sein sollten, können die Coaching-Tage mit dem deutschen Tagessatz von 214,- Euro bei Bedarf auch unter anderen beteiligten informellen Gruppen aufgeteilt werden. Der Coaching-Bedarf muss jedoch bereits im Antrag entsprechend beschrieben und auch in der Berichterstattung für alle beteiligten informellen Gruppen dargestellt werden.

Was bedeutet: "Die Dauer des Coachings ist nicht an die Projektdauer gebunden"? Kann ein Coach schon vor Projektbeginn zur Begleitung einer Antragstellung eingesetzt werden?

Jeder antragstellenden informellen Gruppe steht eine Förderung für zwölf Tage Coaching (durch einen oder mehrere Coaches) unabhängig von der Dauer des Projektes jedoch innerhalb der Projektlaufzeit zu. Ein Coaching zur Antragstellung vor Beginn der Projektlaufzeit oder zur Berichterstattung nach Ende dieser kann nicht gefördert werden.

Das Programmhandbuch empfiehlt digitale Aktivitätsformate. Können virtuelle Aktivitäten gefördert werden?

Nein, bisher ist keine Förderung für digitale oder virtuelle Aktivitäten vorgesehen.